Kopfschmerzen, Migräne
und Schwindel

Hoher
Leidensdruck

 

Häufige Kopfschmerzen oder gar Migräneanfälle mindern die Lebensqualität erheblich. Man kann nicht mehr klar denken, die tägliche Arbeit fällt schwer und man ist misslaunig. Bei Schwindel besteht oft zusätzlich und verständlicherweise eine große Verunsicherung, egal ob dieser isoliert oder gemeinsam mit Kopfschmerzen auftritt. Natürlich sollten zunächst schwerwiegende medizinische Ursache von einem Arzt ausgeschlossen werden.

Liegen jedoch keine handfesten, schulmedizinischen Diagnosen vor, kann die Chinesische Medizin unter Umständen weiterhelfen, da sie auch hier bezüglich der Diagnostik einen anderen Blickwinkel einnimmt, als die westliche Medizin. Prinzipiell können Kopfschmerzen durch innere oder äußere Faktoren entstehen.

Ursachen

 

Ein Beispiel für äußere Faktoren wäre die berühmte Zugluft (in der chinesischen Medizin „Wind-Kälte“) mit einem steifen Nacken – akut und heftig. Ist man sehr empfindlich für Zugluft liegt unter Umständen eine Schwäche des Systems vor, sich gegen Zugluft zu schützen.

Ein Beispiel für innere Faktoren wäre z.B. Stress. Stress ist allerdings kein Begriff, der sich in den alten Schriften der chinesischen Medizin findet. Würde man den heutigen Stressbegriff auf die Konzepte der Chinesischen Medizin übertragen, so würde unter ihm nicht nur lange und/oder anstrengende Arbeit subsumiert werden, sondern dass sich eine sehr kraftvolle und prinzipiell positive Dynamik (die Wandlungsphase Holz, die die Eigenschaften des Frühlings aufweist) nicht frei entfalten kann und eingeengt wird. Diese Einengung erzeugt auf Dauer Hitze, die sich irgendwohin entladen muss. Entweder sie explodiert häufig nach außen (Wut, Zorn, Reizbarkeit) oder man implodiert nach innen und die Hitze steigt von Zeit zu Zeit heftig nach oben (Bluthochdruck, Kopfschmerz, Migräne, Schwindel, Tinnitus, Übelkeit). Hier liegt also ein Übermaß an Energie vor, der man z.B. auch mit ausreichend Bewegung zum „auspowern“ entgegengewirkt werden kann.

Auch eine langjährige falsche Ernährung ist den inneren Faktoren zuzuordnen und kann zu „Feuchtigkeit“ oder „Schleim“, aber auch Hitze (z.B. durch Alkohol) oder Kälte (z.B. durch zu viel Rohkost) im Körper führen und so immer wieder zu unterschiedlichen Arten von Kopfschmerzen führen.

Diagnose und
Behandlung

 

Die Diagnose, welche Art von Kopfschmerzen vorliegt und wie diese zu behandeln ist, geschieht v.a. aufgrund der Klassifikation des Schmerzortes (Meridianbezug) und der Schmerzart unter Beachtung des Gesamtzustandes der Person. Einseitige, starke Kopfschmerzen bei Belastung sind anders zu behandeln als beispielsweise leichte Kopfschmerzen, die vermehrt abends bei Müdigkeit auftreten und den gesamten Kopf betreffen. Dumpfe Kopfschmerzen weisen auf eine andere Pathologie hin als stark pochende oder lokal sehr fixierte, stechende Kopfschmerzen oder ein Schweregefühl im Kopf. Kopfschmerzen die immer am Ende der Menstruation auftreten haben aus Sicht der chinesischen Medizin andere Ursachen, als Kopfschmerzen, die ein oder zwei Tage vor der Menstruation auftreten.

Die häufigste Kopfschmerzart sind jedoch Spannungskopfschmerzen, die trotz einer guten Behandlung durch einen Physiotherapeuten oder Osteopathen dann häufig zurückkehren, wenn sie auf dysfunktionale Haltungs- oder Bewegungsmuster (schiefe Haltung vor dem PC, langes Tragen des Kindes auf einem Arm, etc.) zurückzuführen sind. Oft entwickeln sich hierdurch sogenannte Triggerpunkte, die meist gut mit Akupunktur zu behandeln sind. Jene Haltungs- oder Bewegungsmuster müssen identifiziert und geändert werden, sonst hilft die beste Behandlung nichts.

Eine treffende Diagnose nach dem Blickwinkel der Chinesischen Medizin und die entsprechende Behandlung kann oft Linderung verschaffen bzw. auch langjährige Kopfschmerzen oder Migräneanfälle wesentlich bessern.